Die Biene - eine Stütze der Natur

Beim Thema Insektensterben denken viele Menschen sofort an die allseits bekannte Honigbiene. Doch die Honigbiene ist tatsächlich nur eine von mehr als 600 Bienenarten, die allein in Deutschland vorkommen.

Es ist daher umso wichtiger zu verstehen, wie die moderne Imkerei die Umwelt beeinflusst und warum es keine gute Idee ist, die Honigbiene so intensiv zu bewirtschaften, wie es derzeit vielerorts der Fall ist. Der Ansatz der Zeidlerei besteht darin, nur den Honig zu entnehmen, den die Bienen nicht für ihr Winterfutter benötigen. Dadurch wird die Menge an eingebrachtem Blütenpollen und Nektar reduziert und somit auch die Konkurrenz um Futterressourcen gegenüber den wildlebenden Verwandten.

Diese Herangehensweise ermöglicht eine Koexistenz, die dem Honig als Produkt wieder die verdiente Wertschätzung entgegenbringt und gleichzeitig unsere Umwelt schützt.

 

Welche Bienenrassen gibt es?

Die Honigbiene ist eine bemerkenswerte Art mit verschiedenen Rassen, die in Deutschland heimisch sind und sich in ihrer Erscheinung, ihrem Verhalten und ihren Eigenschaften unterscheiden. Hier sind einige der wichtigsten Bienenrassen:

  1. Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera):
    Die Dunkle Biene ist eine einheimische Bienenrasse, die in Deutschland beheimatet ist. Sie zeichnet sich durch ihre dunkle Farbe und ihre Anpassungsfähigkeit an das mitteleuropäische Klima aus. Die Dunkle Biene ist bekannt für ihre Schwarmträgheit und ihre gute Winterhärte. Aufgrund ihrer genetischen Reinheit und ihrer Bedeutung für den Artenschutz wird sie in Deutschland besonders geschätzt.

  2. Carnica-Biene (Apis mellifera carnica):
    Die Carnica-Biene ist eine Bienenrasse, die ursprünglich aus den Karpaten stammt, aber auch in Deutschland weit verbreitet ist. Sie zeichnet sich durch ihre sanftmütige Natur, ihre hohe Honigproduktion und ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Klimabedingungen aus. Die Carnica-Biene ist eine beliebte Wahl unter deutschen Imkern.

  3. Buckfast-Biene (Apis mellifera Buckfast):
    Die Buckfast-Biene ist das Ergebnis der Züchtungsarbeit des englischen Mönchs Brother Adam. Sie wurde als resistente und leistungsstarke Biene gezüchtet und hat sich auch in Deutschland etabliert. Buckfast-Bienen sind bekannt für ihre hohe Honigproduktion, ihre Krankheitsresistenz und ihre Anpassungsfähigkeit. Sie erfreuen sich bei deutschen Imkern großer Beliebtheit.

  4. Italienische Biene (Apis mellifera ligustica):
    Die Italienische Biene ist eine weitere in Deutschland vertretene Bienenrasse. Sie zeichnet sich durch ihre attraktive gelbe Farbe aus und ist bekannt für ihre hohe Honigproduktion und ihre schnelle Brutentwicklung. Italienische Bienen haben jedoch einen ausgeprägten Schwarmtrieb und können mitunter aggressiv sein. Durch gezielte Zucht kann jedoch auch auf Sanftmut selektiert werden.

 

Diese Aufzählung stellt einige der relevanten Honigbienenrassen in Deutschland dar. Jede Rasse hat ihre eigenen Vorzüge und Charakteristika, und Imker wählen oft diejenige aus, die am besten zu ihren spezifischen Bedürfnissen und Umweltbedingungen passt.

 

Wie unterstütze ich Wild- und Honigbienen?

Wenn Sie Ihren Garten insektenfreundlich gestalten, können Sie nicht nur die Vielfalt an bunten und summenden Besuchern genießen, sondern auch einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Natur leisten. Hier sind einige einfache, aber effektive Tipps, wie Sie Ihren Garten zu einem wahren Paradies für Insekten machen können:

  1. Pflanzenvielfalt fördern: Insekten lieben eine vielfältige Auswahl an Blumen, Kräutern und Sträuchern. Entscheiden Sie sich für einheimische Pflanzen, da diese besser an die örtlichen Bedingungen angepasst sind und speziell für einheimische Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle darstellen. Wählen Sie blühende Pflanzen mit unterschiedlichen Blütezeiten, um kontinuierlich Nahrung anzubieten.

  2. Insektenhotels aufstellen: Errichten Sie Insektenhotels oder Nisthilfen, um den kleinen Bestäubern einen Unterschlupf und einen sicheren Ort zur Fortpflanzung zu bieten. Solche Strukturen können aus Holz, Bambus oder leeren Stängeln von Pflanzen hergestellt werden und bieten Unterschlupf für Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer.

  3. Wasserstellen einrichten: Insekten benötigen Wasser zum Trinken und zur Fortpflanzung. Schaffen Sie flache Wasserschalen oder kleine Teiche in Ihrem Garten, indem Sie flache Schalen mit Wasser füllen oder einen Miniatur-Teich mit Pflanzen anlegen. Achten Sie darauf, dass Insekten im Wasser leicht Zugang finden und wieder herausklettern können.

  4. Verzicht auf Pestizide: Vermeiden Sie den Einsatz von Pestiziden und chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln in Ihrem Garten. Diese können Insekten vergiften und die natürliche Balance stören. Setzen Sie stattdessen auf natürliche Schädlingsbekämpfungsmethoden wie den Einsatz von Nützlingen oder den Anbau schädlingsresistenter Pflanzen.

  5. Totholz und natürliche Strukturen bewahren: Bewahren Sie Totholz, Baumstümpfe und natürliche Strukturen in Ihrem Garten, um Unterschlupf und Nistplätze für Insekten zu schaffen. Diese bieten Lebensraum für Käfer, Spinnen und andere kleine Tiere, die wiederum als Nahrung für Vögel dienen.

Honigbienen an einer Mohnblüte

Honigbienen an einer Mohnblüte

Honigbienen an einer Tränke